Die Zeiten waren wohl vorbei

Früher gab es regelmäßig Sperrmüll. Das ist natürlich immer noch der Fall. Allerdings gibt es den aus Kostengründen, wegen Sozialarbeitern mit Kleinunternehmerregelung und europäischen Mitbürgern nicht mehr zu offiziellen Terminen. Und sollte natürlich wie es sich für Deutschland gehört, anständig angemeldet werden. Die pragmatische Lösung, den Krempel auf die Straße zu stellen mit dem Hinweis, dass es zu verschenken ist, ist nicht so gerne gesehen bei den zuständigen Auftragnehmern der Stadt.

Die Sperrmüll-Hysterie ist an mir immer irgendwie vorbeigegangen. Schnell noch abends durch die Gegend juckeln, um Omas Kommode abzustauben, um die dann auf dem Flohmarkt oder später Ebay zu vertickern war nicht meine Lieblingsfreizeitbeschäftigung. Natürlich war ich erstaunt, was damals manchmal auf dem Sperrmüll zu Tage kam. Und erstaunt war ich auch, als ich mal mitgefahren bin. Das so viele Menschen mit ihren Vehikeln zu später Stunde unterwegs waren.

Aufgrund der mittlerweile vollzogenen Änderungen in unserer Gegend, ist es ruhiger geworden. Transporter mit ausländischen Kennzeichen campieren nur noch selten am Wochenende am Ortsrand. Wodurch passierte, was wohl dann einfach passiert. Eines schönen Tages fährt man durch die Gegend, sieht, dass wieder ein paar Leute ihren Sperrmüll rausgestellt haben und denkt sich: Mensch, früher haben Freunde doch tatsächlich Platten auf dem Sperrmüll gefunden. Lässt seine Blicke über das Gerümpel schweifen und weiß plötzlich, wie es mal gewesen sein muss, als Sperrmüll noch kein Geschäft war und man zufällig etwas fand.

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Eine Nadel sie zu knechten

Es muss so 1987 gewesen sein – Frauen haben es bei solchen Erinnerungen einfacher, da sie Tagebuch führen –, als zwei Jugendliche im HIFI-Laden Ruhl aufschlugen und sich nach Nadeln erkundigten, da die Original-Nadeln ihrer Sony-Plattenspieler nicht so das Wahre waren. Ich weiß nicht mehr wie, aber irgendwie fand der Verkäufer heraus, dass wir die Nadeln auch für mehr als nur zum Anhören benutzen wollten. Und so empfahl er uns eine Pickering, der wir jahrelang die Treue hielten. Passte sie aufgrund ihrer Höhe gerade so auf den Sony-Plattenspieler, nachdem wir eine richtige Headshell irgendwie draufgebastelt hatten.

Sechs Jahre später war dann genug Geld da für zwei 1210. Nadeln waren lokal schwer zu bekommen. Das Internet war noch zwei Jahre entfernt und DJ-Versände waren noch dabei herauszufinden, wie man Service schreibt. Aufgrund der Aussage eines lokalen Händlers, dass es unsere Pickering nicht mehr gäbe, kam dann eine XV15 ins Haus. Natürlich auch von Pickering. Hier lief erst einmal nicht so alles rund. Es ging dann aber nach einiger Eingewöhnungszeit.

Das schöne an Pickering war, dass es jahrelang ohne Probleme immer günstige Ersatznadeln im Dreierpack gab. Aber im Laufe der Zeit wurde es auch immer nerviger, neue zu bekommen. Pickering war für deutsche Händler doch etwas zu speziell und lief wohl auch für Stanton, die Pickering gekauft hatten, unter fernerliefen.

Vor ein paar Jahren, als dann ein Händler eine furchtbare technoide rote Variante der Nadel schickte, war es dann mal an der Zeit zu schauen, ob es nicht vielleicht ein Alternative gibt. Die technische Entwicklung im DJ-Bereich war ja da.

Na einigem stöbern und Preisvergleichen, landete ich dann wie viele bei Ortofon. Hier kam gerade die Q-Bert-Variante heraus, die dann ins Haus kam. Ausschlaggebend war unter anderem die hohe Ausgangsleistung von 11mV und die Faulheit, ständig Händler abzuklappern, ob sie denn die gewünschte Nadel hätten. Unsere allererste Pickering fand ich zwar in einer Neuauflage als NP/AC wieder. Aber die hatte „nur“ 10mV – ok, den Unterschied merkt man kaum – und ich sah das übliche Problem mit Pickering wieder auf mich zu kommen.

Tja, ich hätte noch auf die Shure M44 umsteigen können. Das ist die einzige Nadel, die den „Ich diss Dich“-Test schafft. Die Maxi von IZ & Tone ist an einer Stelle so krass geschnitten, dass die Nadel beim Bass springt. Außer die Nadel heißt Shure M44. Aber irgendwie gefielt mir die Idee nicht, meine Nadeln aus irgendwelchen Lagerbeständen zu kaufen, um wirklich die Original zu bekommen.

Letztens habe ich dann die Ankündigung von Serato und Ortofon gelesen, die zusammen eine neue Nadel mit was weiß ich was für tollen neuen Eigenschaften herausbringen wollen. Nach einem Monat gibt es noch nicht mehr zu sehen als Ankündigungen. Und ob man bei Nadeln wirklich noch so viel verbessern kann? Werden wir sehen. Soviel Geld wie vor ein paar Jahren lässt sich im DJ-Bereich nicht mehr verdienen, oder?

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Lesen für die Ohren

Jeder der sich ein bisschen mit Musik und deren Klang und Wiedergabe beschäftigt, muss sich irgendwann mit dem Thema digital und analog auseinander setzen. Dabei stolpert man über so tolle Sachen wie Komprimierung beim Mastern und Komprimierung von digitalen Formaten. Ersteres ist teilweise sehr nervig, wenn man mit einem lauten Soundbrei arbeiten muss, der zwar laut ist, aber keine Dynamik mehr hat. Hier wird in absehbarer Zeit wohl nicht so viel passieren. Jeder will mit seinem Handy lauter sein als der Andere.

Die Komprimierung beim digitalen Formaten ist eine zweite Sache, die Einfluss auf den Klang nimmt. Aufgrund der Preisentwicklung für Speicher und die schneller werdenden Internetverbindungen, kann man hier mit geringeren Komprimierungen arbeiten, die den Klang nicht ganz so vergewaltigen. Hier kann man sich natürlich über die Einstellungen etc. streiten. Will ich aber nicht.

Beim Aufräumen bin ich wieder über einen Artikel vom letzten Jahr aus der Professional Audio gestolpert. Mittlerweile bin ich ja so geeicht, dass ich bei Komprimierung bei digitalen Formaten nur noch an digitale Verfahren wie MP3 oder Flac denke. Ganz verdrängt habe ich, dass beim Wandeln von Analog in Digital streng genommen auch schon eine Komprimierung statt findet. Plump gesagt, analoge Signale sind unendlich und digitale endlich. Da muss einfach etwas wegfallen, wenn man wandelt, um der unendlichen Flut an Daten Herr zu werden. Eine 1:1 Kopie ist nämlich eigentlich nicht möglich.

Ein Versuch, dieses Desaster ein bisschen zu begreifen, und was in diesem Bereich beim Arbeiten vielleicht sinnvoll ist, versucht der Artikel von Ralf Koschinke von Acousence, welchen man dort in der ursprünglichen Form herunterladen kann. Aber Achtung: Nichts zum Drüberfliegen, sondern gestandene Nachmittagslektüre.

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Das wars mal wieder

Gefühlt war es ein enorm schnelles Jahr, in dem viel passiert ist. Viel gearbeitet, viel gelernt und wieder viele übrig gebliebene Ideen, die auf das nächste Jahr warten. Eine Sache stach das vergangene Jahr dann doch etwas heraus. Im Bekanntenkreis hat uns jemand verlassen. Und das gerade mal mit dreißig. Und überhaupt kam einem das Jahr so vor, als ob man langsam in eine andere Liga aufsteigt. Die Liga der alten Säcke, die Traueranzeigen ließt. Besonders im Bereich der Musik gab es einige, die mich im Laufe der Jahre beeinflusst hatten. Ob ich es sofort wusste, oder erst einen Moment später merkte.

Im April fing es mit Tony D an. Und nein, nicht der Deutschrapper Tony D, sondern der Tony D, der unter anderem die Crusaders For Real Hip Hop ins Leben gerufen hatte, sich aber mehr unauffällig als Produzent einen Namen gemacht hatte.

Das Sterbeereignis des Jahres — jedenfalls in musikalischer Hinsicht, Fußballfans sind da wohl anderer Meinung — war Michael Jackson im Juni. Genauso wie bei James Brown dürfte es schwierig sein zu sagen, wie sehr er die moderne Musik beeinflusst hat. Auch wenn ich bisher keine Michael Jackson oder Jackson 5 Platte besitze, meine Sammlung ist durchzogen mit Samples und Zitaten und offensichtlichen Beeinflussungen.

August war es dann DJ AM. Auch wenn ich seinen Einfluss auf mich als gering ansehe, er machte mit Travis Baker zusammen einen Track, der beim Anhören immer wieder Spaß macht:

Mit Unterstützung eines Drummers die Platten zu quälen macht nicht nur Bock, sondern man lernt dabei auch ziemlich viel.

Im September hörte es sich erst so an, als ob er sich erholen würde. Dem war leider nicht so. Roc Raider war gestorben. Ob er 1995 bei der DMC wirklich besser war als Noise? Da kann man darüber streiten. Auf jeden Fall macht seine Routine mehr Spaß beim Zuschauen.

Im Oktober folgte dann Mr. Magic. Was Mr. Magic für Hip-Hop bedeutet, kann man hier in Deutschland wahrscheinlich schwer nachvollziehen. Die Radiokultur in den USA ist etwas anders als hier und nicht so einfach mit der Deutschen vergleichbar. Eine reine Hip-Hop-Radioshow zu der damaligen Zeit bei einem großen Sender zu haben war einmalig und etwas ganz besonderes. Vielleicht ungefähr so wie wenn Freestyle nicht auf Viva sondern auf der ARD gelaufen wäre. Und das Ende der Achtziger. Doch da gab es nur Tanz House auf Tele 5. Und da gab es nur ab und zu Hip-Hop.

Der Gitarren-Transformer ließ mich damals aufhorchen. Derek B mit Bad Young Brother beeindruckte mich damals. Noch mehr beeindruckte mich, dass er nicht aus den USA, sondern aus England kam. Nicht zu vergessen, dass Derek B und Easy Q die selbe Person waren. Schade, dass nie wieder etwas mit dieser Energie von ihm kam. Im November ging auch Derek B.

Was ich erst später mitbekam war Dom DeLuise, der im Mai verstarb. Zwar kein Musiker, allerdings habe ich Auf dem Highway ist die Hölle los als Kind so oft gesehen, dass ich wahrscheinlich froh sein kann, dass das Jugendamt damals davon nichts mitbekam.

Was wohl 2010 passiert?

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Weihnachten ist Familiensache

Hat sich wahrscheinlich Luke Skyywalker gedacht und Anquette, Le Juan Love, MC Twist und natürlich 2 Live Crew als Skyywalker All Stars ins Rennen geschickt. Denn: It’s Christmas. Das war 1987 und wie bei der Juice Crew auch nur auf einem Sampler. Wenn man Run DMC und den Sampler Christmas Rap dazu nimmt, dann konnte einem in dem Jahr 1987 weihnachtlicher Hip-Hop schon fast zum Halse heraushängen.

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So feiern Macher Weihnachten

Bei Fragen zu Hip-Hop-Weihnachtsliedern kommt immer mal wieder als Antwort Outkasts Player’s Ball. Tja, warum eigentlich? Weil es eine Version gibt, an dem der Player’s Ball an Weihnachten stattfindet. In der anderen Version findet er jeden Tag statt.

Einmal Refrain mit Weihnachten:

Einmal Refrain, an dem immer gefeiert wird:

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Cold Chillin’ wollte auch mal

Das folgende Weihnachtslied kenne ich erst seit ein paar Jahren, obwohl es von 1988 ist. Zu finden ist Cold Chillin’ Christmas auf dem Weihnachtssampler Winter Warnerland. Soviel ich weiß, war es eine Promo-Platte, was allerdings bei Warner nicht unbedingt kleine Auflage heißt. Der Juice Crew von Cold Chillin war es wahrscheinlich egal. Einfach mal einen Beat angeschmissen und dann mal ein paar Zeile abgelassen. Fertig ist das Pflichtlied. Das Lied ist nicht der Brüller, verglichen mit anderen Weihnachtsliedern aus der Zeit aber dann auch wieder nicht so schlecht. Für Sammler wohl Pflicht.

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Alle Jahre Wieder…

Ob man will oder nicht, man macht es jedes Jahr. Man beschäftigt sich irgendwie mit Weihnachtsliedern. Es kommen meistens neue Sachen zu Tage, man erinnert sich an diverse Sachen und fängt an das Jahr Revue passieren zu lassen.

Vor etwa zwei Wochen ist Derek B gestorben. Für die meisten dürften die Veröffentlichungen nach seiner Erfolgsscheibe „Bullet From A Gun“ ziemlich unbekannt sein, so dass man erst einmal das Gefühl hat, dass er zum richtigen Zeitpunkt aufhörte.

Wie viele andere erfolgreichere Künstler hat auch Derek B ein Weihnachtslied gemacht, welches auf der geschichtlich relevanten Platte Christmas Rap vertreten ist:

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Kratzen in 3D

Super Seal 3D White

Nach einer halben Ewigkeit habe ich mir tatsächlich mal wieder eine Battleplatte geholt. Da 3D dieses Jahr ja wieder stark im kommen ist, musste die Platte auch in 3D sein. Muss man zwar aufpassen, dass man nicht zu sehr schielt, aber das hört man später ja hoffentlich nicht.

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Beziehungsbewältigung à la Österreich

Heute geht es bezüglich Sprachunterricht noch ein Stück weiter runter. Kombiniert mit einer Erfolgsgeschichte im Bereich zwischenmenschlicher Beziehungen, können deutsche Hip-Hopper von Österreichern doch noch so einiges lernen:

(Via Blogrebellen)

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