Einträge für Juni, 2008

Geschichtsstoff fürs Wochenende

Freitag, Juni 20th, 2008

Das Lodown Magazin hat in seiner Rubrik Loradio eine nette Serie mit Mixen zum Thema Rap-Geschichte. Angefangen von 1979 bis 1986 reisen unter anderem Marc Hype und DJ Scientist durch die Zeit und legen die Platten aus den entsprechenden Jahrgängen auf. Für alte Säcke genau richtig, um sich wieder an einige vergessene Hits zu erinnern. Für die Jugend um mal etwas Inspiration zu holen. Ideal um die Rotation fürs Wochenende anzupassen.

Als es noch kein Internet gab

Mittwoch, Juni 18th, 2008

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Da fällt es einem wie Augen von den Schuppen, wenn man mal wieder aufräumt und über diverse Dinge stolpert. Ein Dokument historischer Bedeutung, wahrscheinlich nicht nur für mich, sondern auch für einige andere, war das für damalige Zeiten unglaubliche Buch »HipHop. Rap. Graffiti. Scratching. Break-Dance.« Womit ich mich dann auch wieder daran erinnerte, warum ich früher Hip-Hop als HipHop geschrieben habe, was ich mittlerweile gar nicht mehr nachvollziehen kann.

Die Autoren Rapneck Ossi und Ziggie Moondust – kein Scherz, steht so auf dem Cover – machen ein Streifzug durch die aktuelle Hip-Hop-Szene. Und zwar die des Anfangs der Achtziger Jahre. Das Buch ist von 1984 und ich habe es ein paar Jahre später im Wühltisch bei Wertkauf gefunden. Das Ding begleitet also meine Laufbahn mittlerweile etwa zwanzig Jahre und bot am Anfang einen unglaublichen Schub an Informationen und Einblicke in eine Kultur, die ich bis dato hauptsächlich von Platte kannte.

Das ganze Buch hielt ich schon immer für ein zweischneidiges Schwert. Aufgrund des Verlages – Bastei Lübbe waren doch die mit den Comics und den Romanen? – und der Schreibweise des Buches, zweifelt man manchmal ein bisschen am Inhalt. Wobei sich im Laufe der Zeit herausstellte, dass es da gar nicht so viel zu meckern gibt. Das Ganze kam halt zur Zeit der ersten kommerziellen Hip-Hop-Welle in Deutschland raus und hatte eben das jüngere Publikum im Visier.

Am interessantesten waren und bleiben die Worterklärungen. Und natürlich die Discographie, bei der die Autoren einige wichtige Scheiben aufführen. Alleine deswegen macht es Spaß, den alten Schinken mal wieder durchzugehen. Die Geschichten der einzelnen Akteure findet man größtenteils mittlerweile im Internet ausführlicher und sachlicher, da die Leute von damals mittlerweile etwas realistischer geworden sind.

Wenn ihr also zufällig über das Buch stolpert, kann nicht schaden es in seiner Sammlung zu haben. Besonders weil es meines Wissens nach auf weiter Flur in den Achtzigern alleine da steht.

Die Werbung, die nicht auffällt

Dienstag, Juni 10th, 2008

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Normalerweise denkt man ja, dass Werbung auffallen muss, um auch wahr genommen zu werden. Das ist allerdings schon lange nicht mehr so. Beispiel Schleichwerbung bei Wetten Dass oder in diversen Hollywood-Filmen, in denen – oh Wunder – die Guten oft einen Mac benutzen.

Das Zauberwort heißt schon seit längeren Mehrwert. Krombacher rettet 1m² Urwald für jeden Kasten Bier. Da fällt es doch gleich einfacher, sich die Hirnzellen wegzuballern. Dass der beste Umweltschutz meistens der ist, wo Resourcen geschont werden, darüber kann man natürlich streiten. Wer bezahlt schon Krombacher dafür, dass die ihre Herstellung einstellen? Keiner. Aber dafür, dass die Ihre Kohle in der Welt gut anlegen.

Dieser Mehrwert zieht sich durch alle Branchen. Glaubt wirklich jemand, dass die Krankenkasse ganz selbstlos ein Kundenmagazin herausbringt?

Richtig gut gelöst mit dem Mehrwert hat das HHV. Kataloge fliegen bei mir in der Regel ungelesen in den Mülleimer. Einen Katalog, der als Magazin daher kommt, schaut man sich dann doch mal an. Der Magazinteil macht einen ordentlichen Eindruck. Die Themenwahl ist sogar interessant. Kein Bling, Bling oder ähnliches Gehabe. Also mal was positives. Auch wenn der Shop letztens bei mir nicht so gut abgeschnitten hat, was sich interessanterweise geändert hat. Die Volltextsuche ist zur Zeit angenehm schnell und der ganze Trackingcode ist raus.

Auch wenn ich nicht bis zum Katalogteil gekommen bin, den gewollten Effekt hat HHV erzielt. Sie haben sich in Erinnerung gerufen, mir gezeigt, dass sie Ahnung haben und das Ganze ist bisher nicht im Mülleimer gelandet. Hier hat also die Mehrwertsache ganz gut funktioniert. Ich bekomme Informationen zu Themen, die mich interessieren und die sagen mir, dass es sie auch noch gibt und wo ich denn die tollen Gruppen kaufen könnte, über die sie schreiben. Ob ich das dann wirklich tue, ist eine ganze andere Sache.

Und wenn es vielleicht ungewohnt ist, mal etwas positives zu lesen, nein, ich werde nicht für diesen Artikel bezahlt.

Adtunes: Beta ernst gemeint

Montag, Juni 9th, 2008

Wer hätte das gedacht. Nachdem ich auf Heise gelesen hatte, dass es jemand mit kostenloser und gleichzeitig legaler Musik versucht – finanziert natürlich durch Werbung – meldete ich mich gleich bei adTunes an. Eigentlich dachte ich, dass ich da sowieso nicht reinkomme, da geschlossene Betas meistens überlaufen sind und dauern. Aber oh Wunder, ein paar Stunden später trudelte tatsächlich meine Freischaltung ein. Also hingesetzt und ein bisschen gestöbert.

Beta ist noch ernst zu nehmen. Wenn die Jungs dieses Interface auf die Welt loslassen würden, dann würde es nur benutzt, weil die Musik kostenlos und legal ist. Sicher explodiert bei Betas immer irgendwo etwas. Das Abmelden funktioniert bei mir nicht richtig. Die Werbung rechts ruckelt hin und her – das geht meines Wissens selbst auf IE6 ohne Javascript fix und ohne ruckeln. Aber das sind nur Kleinigkeiten. Firefox 2 unter Mac hat Darstellungsfehler und schmiert irgendwann ab. Mit Safari läuft alles entspannter. Internet Exploder habe ich nicht ausprobiert, da dies sowieso der am Besten unterstützte Browser sein dürfte.

Doch vergessen wir mal das alles, was alles noch ausgebügelt werden kann, wie zum Beispiel hochgerechnete Cover mit grottiger Qualität und doppelte Einträge bei Künstlern und Labeln oder manche Umlautprobleme.

Auch wenn es jetzt kurz technisch wird, adTunes versucht sich an einem Ein-Seiten-Interface mit viel Javascript oder wie man heute so schön sagt: Ajax. Das ist an sich keine schlechte Idee, da so der Player im Hintergrund weiterlaufen kann, während man im Katalog stöbert. Aber irgendwie ist die Umsetzung noch nicht so knorke. Da mehr Informationen dargestellt werden sollen, als auf üblichen Bildschirmen Platz ist, springt die Seite bei der Bedienung hoch und runter. Wenn man gerade ein Album gefunden hat und mal kurz die einzelnen Titel durch hören will, nervt das ungemein, da immer wieder hoch zum Player gesprungen wird.

Überhaupt empfand ich dieses Hin- und Herspringen bei der Bedienung destruktiv, da ich mich ständig neu orientieren musste. Selbst nach einigem Kennenlernen der Bedienung hat man nicht das Gefühl, dass es flüssig läuft. Dass bei jedem Klick im Hintergrund noch tausende von Anfragen über das Netz laufen, tut seinen Rest. Hier gibt es meiner Meinung nach noch viel Verbesserungsmöglichkeiten. Wer iTunes als Vorbild für den Namen nimmt, der sollte sich auch eine Scheibe an der Benutzerführung abschneiden.

Also bisher ist die Benutzung nichts für Leute wie mich. Immerhin geht die Zurückfunktion des Browsers. Bei Aufruf in einem neuen Tab versagt das Ganze natürlich.Die Suche leidet leider an der Benutzerführung. Irgendwie findet man etwas, aber ich hatte teilweise das Gefühl, dass hätte auch schneller gehen können. Dass man nicht immer etwas findet, liegt unter anderem daran, das der Katalog bisher scheinbar auf BMG Sony beschränkt ist. Das kann man dann adTunes weniger ankreiden. Ist zwar schade, aber vielleicht tut sich da was. Plattenfirmen für den Vertrieb im Internet zu überzeugen soll ja nicht so einfach sein.

Hier fällt übrigens wieder ein Schwachpunkt auf, den man bei vielen anderen Anbietern finden kann. Aktuelle Hits sind ohne Probleme zu finden. Evergreens, die neu aufgelegt wurden natürlich auch. Wenn es allerdings etwas spezieller wird, dann sieht es finster aus. Leider.

Nebem dem Suchen gibt es eigentlich nur noch die Funktion Channels. Hier kann man eigene Listen mit Liedern anlegen. Das wars. An der Bedienung dazu könnte man auch noch arbeiten. Ob hier geplant ist, dass man diese Channels auch anderen Benutzer zur Verfügung stellen könnte, zum Beispiel auch eigene Radio-Channels, ist bisher nicht ersichtlich. Für den Erfolg dürfte das wahrscheinlich ein wichtiger Punkt sein.

Die Qualtität habe ich jetzt nicht auf Herz und Nieren geprüft. Es sollen 320er MP3s durch die Leitung gehen, was beim ersten Hinhören tatsächlich sein könnte. Und hier kommt dann auch wieder das übliche Problem von heute auf. Einige Sachen sind einfach überkomprimiert und man wünscht sich dann eher die Vinylversion, die etwas natürlicher rüberkommt, anstatt der vergewaltigten Digitalversion.

Einen seltsamen Punkt gab es noch bei ein paar Liedern. Sie funktionierten nicht. Als ich dann mal im Hintergrund geschaut hatte, was denn da passiert, war zu sehen, dass WMA statt MP3-Dateien aufgerufen wurden. Und dass das so einfach ersichtlich war lässt mich vermuten, dass es wahrscheinlich sehr schnell jemanden geben wird, der einen Downloader für diese Seite bastelt.

Denn Downloaden kann man logischerweise die Musik nicht, da diese über Werbung finanziert wird. Neben der Bannerwerbung gibt es noch eingeblendete Videos, die irgendwann mal dazwischen geschaltet werden. Mehr ist mir bis jetzt noch nicht aufgefallen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass wenn man mal einen Channel zusammengebastelt hat, was zur Zeit meiner Meinung nach nicht besonders reibungslos geht, sich die Seite als persönliches Radio eignet. Zu mehr eigentlich nicht, da man die Sachen offiziell nicht auf andere Datenträger übertragen kann. Zum Stöbern um neue Musik zu finden taugt es nur bedingt, da es keinerlei Community-Funktionen gibt, noch irgendwelche Empfehlungen vom System. Hier kann man dann höchstens über die Labels gehen.

Flickr hatte ja ziemlich lange ein Beta im Namen. Funktionierte allerdings tausendmal besser. Bei adTunes ist Beta noch Programm, nicht nur in Bezug auf Abstürze oder Fehlfunktionen. Die Bedienung sollte dringend überarbeitet werden. Sogenannte Web2.0-Techniken zu benutzen reicht nicht aus. Übersichtlichkeit und soziale Elemente sollten ebenfalls nicht fehlen. Die Idee an sich ist OK und da sie die ersten am Markt sind, dürften die Chancen gut sein. Mal sehen.

Nachtrag: HA! Habe doch tatsächlich was übersehen! Und zwar auf der Startseite irgendwo unten. Da gibt es Popular Albumchannels und Popular Userchannels. Sieht irgendwie schon mal ein bisschen nach einem sozialen Element aus. Jedenfalls etwas, womit vielleicht neue Musik gefunden werden kann. Ich klicke also tausend mal auf meinen Userchannel und lande dann auf der Startseite? Sonst noch was übersehen? Mensch, was eine Oberfläche.

Lachen oder weinen: 1 Jahr

Sonntag, Juni 1st, 2008

Dass das eine das andere nicht ausschließen muss, wissen wahrscheinlich nur Informatiker. Und so steht es auch momentan mit dem Blog. Damit es beim Schlafen nicht so naß ist, wenn es regnet, und die Kiemen etwas dazwischen bekommen – obwohl die eigentlich ja zum Atmen gedacht sind, muss man im wirklichen Leben ab und zu mal dafür sorgen, dass auf dem Konto die richtigen Zahlen stehen.

Und so kommt es dann schnell vor, wenn man richtig eingespannt ist, dass hier nichts steht. Sehr schade. Und was besonderrs schade ist, dass der heutige Tag auch nicht gebührend gefeiert wird. Diesen Blog gibt es mittlerweile ein Jahr. Tata!

Im Gegensatz zu anderen Blogs spare ich mir mal die Statistik, von der ich sowieso keine laufen habe. Das Blog hat Besucher, Kommentare und sogar Inhalte, die je nach Jahreszeit auch regelmäßig kommen.  Immerhin also und langsam sollte mal die nächste Stufe angegangen werden.

Und an der bin ich jetzt schon wieder ein paar Wochen zugange. Wie schon einmal erwähnt, wird die Aufbereitung der Informationen etwas anders, was hauptsächlich die Startseite betreffen wird. Da ich selbst viel über einen Feedreader lese, werde ich an dieser Stelle nichts ändern. Also weiterhin wird es da Volltext geben.

In Zukunft wird es nur sechs Themengebiete geben: Gedanken, Musik, Video, Sample, Netz und Offline. Ob die Aufteilung immer klappt werde ich sehen. Einen Teil der alten Artikel habe ich bereits angepasst um zu sehen, wie gut es funktioniert. Es wird zu jedem Themengebiet maximal einen Beitrag pro Woche geben. Wer nicht rechen kann: Ergibt maximal sechs Artikel pro Woche. Ob es auch soviele werden: Keine Ahnung. Auf jeden Fall wird dadurch der Blog etwas strukturierter, was mir vom Gefühl her mehr zusagt und wodurch die einzelnen Artikel hoffentlich auch gewinnen. Da der Blog eigentlich nie so wirklich auf Neuigkeiten aus war, dürfte da auch kein Problem auftauchen.

Das Ganze habe ich zwar noch etwas weitergesponnen, aber ich will mich mal langsam an die Sache herantasten. Ist ja so schon genug zu tun.