Einträge für Kategorie ‘Gedanken’

Die Geschichte wiederholt sich

Samstag, August 1st, 2009

kaputter-fader

Tja, so ganz zwei Jahre waren es dann doch nicht. Damals hatte ich hochprofessionell meinen kaputten Stanton-Fader geflickt. Eigentlich ist es ja doch nicht so schlecht, dass die Schwachstelle des Fader nicht abbrechen kann, sondern einfach irgendwann der Kleber den Geist aufgibt. Wird wohl doch mal Zeit, sich den InnoFader anzuschauen?

Zurück zur Schule: Qbert Skratch University

Samstag, Mai 9th, 2009

Qbert macht konsequent da weiter, wo er bisher aufgehört hat. Neben seinen Lern-DVDs und der Scratchlopedia Breaktannica hat heute offiziell sein nächster Streich gestartet: Qbert Skratch University. Vergisst man, dass es in den USA nicht ungewöhnlich ist, Geld mit seinem Können damit zu verdienen, Ratgeber zu verkaufen und Schulen aufzumachen, bin ich gespannt, wie lange es dieses Projekt gibt. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass man dafür genug Leute finden könnte. Wahrscheinlich ist Qbert der Einzige, der aufgrund seines Namens genug Interessenten dafür findet.

Neben ein paar Beispiel-Vorlesungen – Qbert wie immer mit seiner bescheidenen und leicht improvisierten Art – kann man sich auch anmelden. Die Gebühr für drei Monate sind 60 Dollar. Was man dann wirklich dafür bekommt, ist mir noch ein bisschen wage. Ich tippe darauf, dass man dann Zugriff auf exclusive Inhalte bekommt und Qbert auch mal persönlich hallo sagt, wenn man seine Videos hochgeladen hat. Bisher gibt es keinen Schnupperzugang, um das mal herauszufinden. Solange man nicht bezahlt, kann man sich zwar Registrieren, aber kann natürlich nichts machen. Ob es sich zur Zeit lohnen würde, steht auf einem anderen Stern. Wahrscheinlich sollte man einfach einen Moment warten, wenn man daran interessiert ist. Am Anfang haben solche Projekte ja meist Anlaufschwierigkeiten.

Angekündigt wird das Ganze übrigens so:

The long awaited Skratch University opens its doors today to the enthusiasm of Skratch DJs worldwide. QSU offers DJs a unique place to hang out, cut & build with each other. Qbert has posted his entire video curriculum online, from the most basic skratching techniques to advanced battle tactics.

QSU students watch the lessons & can send Qbert a video assignment for him & his crew to critique. Students will receive either a written or video response with notes on technique and style. With these unique “Master Classes” accessible to all QSU students, the entire skratch community benefits from having access to a True Master. The QSU is the first of its kind AND the first university where cutting is required.

Noch Fragen, Kienzle?

Flohmarktverbot!

Sonntag, April 26th, 2009

Vor einiger Zeit hat wieder die Flohmarkt-Saison begonnen. Heute war nicht nur das Wetter gut und dementsprechend viele Stände, sondern auch wieder Termin für Finsterloh, einer der größeren und interessanteren Flohmärkte hier in der Gegend. Viel mitbekommen habe ich allerdings davon nicht.

Nachdem ich eine Reihe durchhatte, sah ich bei einem Haushaltauflöser auf dem Anhänger Platten stehen. Da ich später war und ein paar Stände vorher schon die Leute anfingen einzupacken, dachte ich, OK, der packt auch langsam ein. Er meinte nur, ich könnte ruhig schauen, die Platten hätte er wegen der Sonne weggestellt und es wären auch einige US-Pressungen dabei. Oha.

Ich wühlte dann in den Platten, fand sehr spannende unbekannte Cover aus den 60ern und 70ern und war erst einmal geknickt. Die Platten waren in der Regel in einem guten Zustand und es waren so viele unbekannte Sachen dabei, dass ich erst einmal keine Ahnung hatte, was ich denn überhaupt davon mitnehmen könnte.

Es war eine gesunde Mischung aus mehreren Stilrichtungen, sogar ein paar französische Jazz Ten Inch. Zudem waren es größtenteils Platten, die meiner Meinung nach so ab fünf Euro anfangen müssten. Was definitiv über dem ist, was ich für unbekannte Platten ausgebe. Ich sagte ihm, dass ich beeindruckt wäre und das von Preis her wahrscheinlich über dem wäre, was ich auf gut Glück für Platten ausgebe. Bis auf eine Elvis-Platte wolle er drei Euro haben, sagte er, und wir würden uns schon einig werden. OK. Drei Euro war dann doch ein guter Preis und ich suchte mir ein paar Platten raus.

Als ich mich dann kurz mit ihm noch unterhielt, dass ich den Preis cool fände, weil ich dann einfach mal ein paar Platten mitnehmen könnte, die mir unbekannt waren, ging er zu den Platten und meinte dann, ich könnte alle haben. Für 100 Euro. Ich weiß zwar nicht, was ich dann für ein Gesicht gemacht habe, aber ich war erst einmal baff. Was war denn hier los?

Da die Sache so verrückt war und die Chance auch mal in Platten zu hören da war, die ich wahrscheinlich sonst nie gekauft hätte, habe ich tatsächlich 100 Euro aufgetrieben und über zweihundert Platten mit nach Hause genommen. Meine bessere Hälfte hat mir jetzt mehr oder weniger Flohmarktverbot verordnet, allerdings habe ich jetzt auch erst einmal genug zu hören.

Was wäre eigentlich wenn…

Mittwoch, März 18th, 2009

… deutsche MCs weniger Plastikbeats hätten, sondern mehr so Beats wie bei der sich schnell zusammengeschustert anhörenden Zusammenarbeit von Tone, Curse und Olli Bango Tribute To Notorious?

(Via Curse)

Diggin im 21. Jahrhundert

Montag, März 9th, 2009

Jeder der sich etwas mit Sampeln beschäftigt kommt früher oder später zur Erkenntnis, dass es heutzutage längst nicht mehr so schwer ist, an rare oder ungewöhnliche Vorlagen zu kommen wie früher. Geschweige denn, sich darüber zu informieren.

Früher hat man noch fleißig auf dem Flohmarkt gewühlt und vielleicht mal auf der Plattenbörse vorbeigeschaut, falls ein Händler sich mal von Sachen trennen wollte, für die es in Deutschland einfach keinen Markt gab. Ideal also, um zum Beispiel alte Soulschinken abzugreifen. Was war das für ein Erlebnis, wenn man ein Sample auf einer Bob James-Platte gefunden hatte. Überhaupt einen neuen Namen kennen zulernen war etwas.

Und wie immer war früher alles besser. Alles was heutzutage in irgendeiner Form Wert haben könnte, soll einen horrenden Preis haben. Auf dem Flohmarkt sind kaum interessante Sachen zu finden. Und wenn, dann zu einem wahnwitzigen Preis. Weil dank Internet kann ja heutzutage jeder mal schauen, was denn die olle Scheibe vom Opa Wert sein könnte. Ob sie es auch ist, ist ja egal. Platten auf gut Glück kaufen ist teuer geworden. Und über eBay kann man sich meistens nur amüsieren.

Dank des Internets kann man auch mittlerweile sehr schnell zum Kenner werden. Kaum ein Sample, von dem nicht irgendjemand das Original kennt.

Aber ehrlich gesagt ist das ziemlich egal. Es kommt ja darauf an, eine Vorlage zu finden. Und das diese unbedingt von einer alten Scheibe aus einer Staub überzogenen Kiste sein muss, ist wahrscheinlich nur noch für Fanatiker wichtig.

Das Wichtigste ist es, etwas passendes zu finden und etwas Gutes daraus zu machen. Gut will ich jetzt gar nicht definieren. Aber anhand der Herkunft zu entscheiden, ob das Ergebnis gut ist, dass hat schon was von Sample-Rassismus.

Anstatt jetzt im Internet nach Sachen zu suchen, die man dann im echten Leben käuft oder es auch vielleicht lässt, kann man ja auch das Internet selbst als Quelle nehmen. Zum Beispiel YouTube.

Sehr witzige Sachen die Kutiman auf Thru You gemacht hat.

(Via Tautoko)

Zurück in 2009

Montag, Januar 19th, 2009

Gerade noch so wieder zurück geschafft. So fühlt sich für mich das neue Jahr an:

Und zwar aus Sicht des Skateboards. Jemand einen ruhigen Start gehabt?

Wie steuert man als DJ heute?

Dienstag, Oktober 21st, 2008

So, immernoch am schauen, was denn so getrieben wird im Bereich alternative Steuerungsgeräte für DJs. Scheinbar gibt es immer einen Schub an neuen Ideen, wenn ein neues Gerät herauskommt, was man missbrauchen kann, und dann ebbt es ein bisschen ab.

Hatte mich ja gefragt, was mit der Wii vielleicht möglich wäre. Folgendes verbuche ich unter der Kategorie interessant, aber hat mich dann doch nicht so neugierig gemacht.

Wer mehr wissen will, findet weitere Informationen dazu auf DJ Wiij. Da werden die Funktionen ausführlicher beschrieben. Ist mir aber etwas zuviel Computerspiel. Und da ich die schon in den 80ern gespielt habe, eben Old School. Das Tastendrücken verschiebt sich irgendwie nur auf den Controller und die Bewegungssensoren werden kaum genutzt. Aber vielleicht bewerte ich die Möglichkeiten von Bewegungssensoren über.

Was dann eher so in die Richtung meiner Vorstellung mit Gesten geht, ist folgendes.

Man macht Bewegungen mit der Hand und das System wertet alles aus und setzt es um. Man könnte zum Beispiel einen Haupttakt mit dem Fuß vorgeben und die verschiedenen Tempi werden vom System angepasst. Oder man legt sich Jingles in die Luft und spielt diese mit Handbewegung ein. Oder man spielt gleich mit einem Luft-Drumcomputer. Man könnte das Ganze natürlich auch mit Sprachsteuerung verbinden. Gibt, denke ich, noch einiges an Möglichkeiten. Die Maschinen würden wieder etwas mehr in den Hintergrund treten und das Ganze wäre wahrscheinlich etwas intuitiver und würde auch nicht mehr so kompliziert wirken, wie es heutzutage einfach ist. Aber Minority Report ist noch etwas entfernt.

Here We Come-Dokumentation

Samstag, Oktober 18th, 2008

Jeder müsste es ja mittlerweile wissen, dass das ZDF diesen Monat beim kleinen Fernsehspiel Hip-Hop als Thema hat. Letzten Montag war Wild Style dran. Englisch mit Untertiteln. Deutsch wäre auch einfach zu schön zum sampeln gewesen. Immerhin war es die Version, in der Grandmaster Flash Take Me To The Mardi Gras spielt und nicht die etwas befremdliche DVD-Version.

Diesen Montag kommt Here We Come, eine Dokumentation über Hip-Hop in der DDR. Das Thema an sich fand ich so interessant, dass ich mal ein bisschen zu der Dokumentation gestöbert hab. Dabei herausgekommen ist dann, dass ich mir die DVD besorgt habe. Natürlich mit Bonus-Material und Soundtrack.

Als kleine Vorwarnung für alle: Der Film ist eine Dokumentation. Wer Unterhaltung will, der findet die hier wahrscheinlich nicht. Manchmal wirken manche Sachen aus heutiger Sicht und vielleicht auch mit den Blick eines Wessis unfreiwillig komisch. Aber Loidz, selbst im Westen war vieles nicht besser. Die Achtziger waren wirklich so und ich finde es spannend, dass da drüben sich vieles ähnlich entwickelt hat. Das Herausfinden, wie gekratzt wird, Beatbasteln mit Kassettenrekordern und improvisierten Maschinen und Einspielungen. Das Nachmachen von den verrückten Bewegungen. Der Versuch die Schriftzüge und Bilder zu malen.

Und über allem schwebt, dass man keine Ahnung hat, wie es geht, aber man so beeindruckt ist etwas gefunden zu haben, mit dem man sich ausdrücken kann, dass man einfach nicht anders kann. Hat das irgendeiner in den 90ern oder 00ern noch so erleben können?

Im Endeffekt bin ich eigentlich froh, die Version mit den Bonus-Material zu haben. Es ergibt sich ein wesentlich detaillierteres Bild als die Dokumentation alleine, die erst einmal für mich nicht in die Pötte kam. Alleine der Teil, bei dem nochmal die Wichtigkeit von Beat Street hervorgehoben wird, der scheinbar der einzige zugelassen Hip-Hop-Film in der DDR war. Beat Street hat für mich nie eine wirkliche Bedeutung gehabt. Wild Style war unerreichbar. Beat Street halt kommerziell. Das Beat Street so viel ins Rollen brachte, lässt mich den Film dann doch wieder etwas anders betrachten und ich werde ihn mir nach so vielen Jahren dann doch mal wieder anschauen. Vielleicht kann ich ja dann ein kleines bisschen mit den Fachleuten mitreden. Das Einzige woran ich mich erinnere ist, dass mir Santa’s Rap im Film besser gefallen hat als auf Platte.

DJs zurück ins Mittelalter

Freitag, Oktober 17th, 2008

Wenn man sie damit beschäftigt, wie in Zukunft die Bedienung von Musik aussehen könnte, dann kommen solche Ankündigungen erst einmal gar nicht bei einem an. NI hat Traktor mit neuen Features aufgepumpt und schickt Richie Hawtin und Grandmaster Flash zum Werbung machen ins rennen. Serato zieht nach und kündigt eine Zusammenarbeit mit Ableton an.

Mag sein, dass das jetzt jemand falsch versteht, aber das sich soviel an der Bedienung der Software ändert, kann ich mir nicht vorstellen. OK, ich habe sie noch nicht selbst benutzten können, und sie wird bestimmt einige Schritte vereinfachen. Aber ignoriert man mal das tolle Marketinggeplänkel und denkt man mal darüber nach, darf sich gar nicht viel in der Bedienung ändern. Hier geht es um Produktpflege. Alles was wirklich revolutionär wäre, würde die bestehende Nutzerbasis erst einmal vor den Kopf hauen.

Bewegen DJs bald nur noch Touchscreens?

Dienstag, Oktober 14th, 2008

Früher bewegten DJs noch … Hintern. Was anders kann man gar nicht schreiben, außer man will noch mehr Spambots anlocken. Was DJs heute noch so bewegen, ist eine interessante Frage. Gestern habe ich das iPhone ganz bewusst außen vor gelassen, um nicht zu sehr abzuschweifen, obwohl es ja eigentlich die Touchscreens zur Masse gebracht hat.

Doch das Thema Touchscreens ist eigentlich sehr spannend. Wenn man konsequent den Gedanken zu Ende denkt, dann hat in einem modernen DJ-Set eigentlich ein Mischpult nichts mehr zu suchen. Eine Sache, die mir gestern gar nicht eingefallen war. Wenn ich einen rießigen Touchscreen habe und der entsprechend reagiert, dann kann ich damit eigentlich alles realisieren. Mehr oder weniger. Man muss nur ein bisschen die alten Pfade verlassen.

Wie es nicht gehen sollte, zeigt MixMeister:

Das ist noch nicht einmal Kindergartenniveau und nur eine Spielerei. Vielleicht ändert sich das ja, wenn Apple ein bisschen vom hohen Ross und den NDAs herunterkommt. Um auch als Spielerei interessant zu sein, orientiert es sich zu sehr an Bestehenden.

Wesentlich spannender finde ich Protein DScratch, von dem ich bisher nur gelesen habe und Dirk auf das Video verwiesen hat. Obwohl es ein altmodisches Touchscreen mit Stift ist.

Wenn man ein bisschen weiter spinnt, dann wird es in diesem Bereich noch viele Weiterentwicklungen geben. Zwar nichts wirklich revolutionäres mehr, aber für die nächsten Jahre ist für Nachschub an Neuigkeiten gesorgt.

Doch während sich in ein paar Jahrzehnten mein Technics immer noch drehen wird, wird die Elektronik von morgen wahrscheinlich längst auf dem Schrottplatz sein. Die Touchscreens sind meiner Meinung nach nur ein Übergangsstadium. Der nächste Trend werden Gesten sein. Das wird noch ein paar Jahre dauern, aber da wird es hingehen. Einfache Sachen wird man über Gesten in der Luft machen, kompliziertere Dinge direkt auf Projektionen in der Luft. Das man sich irgendwelche Helme und Handschuhe anzieht, um dann in einen eigenen Cyberspace abzutauchen, glaube ich weniger. Da halte ich Projektionen auf die Netzhaut für wahrscheinlicher.