Das wars mal wieder

Gefühlt war es ein enorm schnelles Jahr, in dem viel passiert ist. Viel gearbeitet, viel gelernt und wieder viele übrig gebliebene Ideen, die auf das nächste Jahr warten. Eine Sache stach das vergangene Jahr dann doch etwas heraus. Im Bekanntenkreis hat uns jemand verlassen. Und das gerade mal mit dreißig. Und überhaupt kam einem das Jahr so vor, als ob man langsam in eine andere Liga aufsteigt. Die Liga der alten Säcke, die Traueranzeigen ließt. Besonders im Bereich der Musik gab es einige, die mich im Laufe der Jahre beeinflusst hatten. Ob ich es sofort wusste, oder erst einen Moment später merkte.

Im April fing es mit Tony D an. Und nein, nicht der Deutschrapper Tony D, sondern der Tony D, der unter anderem die Crusaders For Real Hip Hop ins Leben gerufen hatte, sich aber mehr unauffällig als Produzent einen Namen gemacht hatte.

Das Sterbeereignis des Jahres — jedenfalls in musikalischer Hinsicht, Fußballfans sind da wohl anderer Meinung — war Michael Jackson im Juni. Genauso wie bei James Brown dürfte es schwierig sein zu sagen, wie sehr er die moderne Musik beeinflusst hat. Auch wenn ich bisher keine Michael Jackson oder Jackson 5 Platte besitze, meine Sammlung ist durchzogen mit Samples und Zitaten und offensichtlichen Beeinflussungen.

August war es dann DJ AM. Auch wenn ich seinen Einfluss auf mich als gering ansehe, er machte mit Travis Baker zusammen einen Track, der beim Anhören immer wieder Spaß macht:

Mit Unterstützung eines Drummers die Platten zu quälen macht nicht nur Bock, sondern man lernt dabei auch ziemlich viel.

Im September hörte es sich erst so an, als ob er sich erholen würde. Dem war leider nicht so. Roc Raider war gestorben. Ob er 1995 bei der DMC wirklich besser war als Noise? Da kann man darüber streiten. Auf jeden Fall macht seine Routine mehr Spaß beim Zuschauen.

Im Oktober folgte dann Mr. Magic. Was Mr. Magic für Hip-Hop bedeutet, kann man hier in Deutschland wahrscheinlich schwer nachvollziehen. Die Radiokultur in den USA ist etwas anders als hier und nicht so einfach mit der Deutschen vergleichbar. Eine reine Hip-Hop-Radioshow zu der damaligen Zeit bei einem großen Sender zu haben war einmalig und etwas ganz besonderes. Vielleicht ungefähr so wie wenn Freestyle nicht auf Viva sondern auf der ARD gelaufen wäre. Und das Ende der Achtziger. Doch da gab es nur Tanz House auf Tele 5. Und da gab es nur ab und zu Hip-Hop.

Der Gitarren-Transformer ließ mich damals aufhorchen. Derek B mit Bad Young Brother beeindruckte mich damals. Noch mehr beeindruckte mich, dass er nicht aus den USA, sondern aus England kam. Nicht zu vergessen, dass Derek B und Easy Q die selbe Person waren. Schade, dass nie wieder etwas mit dieser Energie von ihm kam. Im November ging auch Derek B.

Was ich erst später mitbekam war Dom DeLuise, der im Mai verstarb. Zwar kein Musiker, allerdings habe ich Auf dem Highway ist die Hölle los als Kind so oft gesehen, dass ich wahrscheinlich froh sein kann, dass das Jugendamt damals davon nichts mitbekam.

Was wohl 2010 passiert?

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