DJ David vs. DJ Q-Bert 1991

Der alte und nie endende Streit. Hat DJ David damals die DMC World Championships 1991 verdientermaßen gewonnen?

Ich kann mich erinnern, damals das Video bei jemanden gesehen zu haben und schon damals war so ziemlich jeder der Meinung, dass eigentlich DJ Q-Bert hätte gewinnen müssen.

Wenn man sich das Video von David Fascher und das Video von DJ Q-Bert heute mit etwas Abstand anschaut, dann müsste einem Auffallen, dass da zwei ziemlich verschiedene Stil aufeinander prallen. Was das Ganze sehr schwer macht zu bewerten.

David Fascher war eindeutig ein DJ seiner Zeit mit dem Schwerpunkt auf Unterhaltung. Sein Set wirkt sehr durchdacht. Obwohl vieles wild und Hau drauf wirkt und nicht unbedingt immer alles im Takt ist und die Nadel mal springt, kommt das Set sehr sauber rüber. Body Tricks sind mittlerweile bei DJs zwar verpöhnt, aber gehörten damals einfach dazu und machten einen Teil der Show aus. Sie zeigten dem Publikum: Hey, ich kann nicht nur etwas, was Du nicht kannst, ich kann es auch, wenn ich meinen Körper verdrehe.

DJ Q-Bert kommt ganz anders rüber. Das Show-Element in seinem Set ist verglichen mit David Fascher geringer. Sein Set wirkt improvisierter und ist alles andere als sauber. Er macht subjektiv noch mehr Krach als David Fascher.

So gesehen ist es nicht verwunderlich, dass Q-Bert verloren hat. David Fascher kam zu dem noch hinter ihm im Programm, was bei so etwas schon einiges ausmacht. Besonders, wenn man seine Kür mit einem Handspin abschließt, was für das Publikum damals einfach der Hammer gewesen sein muss. Da hilft es nichts, dass Q-Bert für Kenner innovativ herüberkommt und neue Sachen bringt und David Fascher eigentlich nur bekannte Sachen bietet. Zwar gut kombiniert, aber nicht wirklich neu.

Die Weltmeisterschaft von 1991 deutet eigentlich eines schon an und zwar die Entwicklung zum Turntablism. Auf der einen Seite der DJ, der unterhalten und auf der anderen Seite der Turntablist, der etwas neues schaffen will. Das bei einer so alteingesessenen Veranstaltung so etwas passieren musste, war im nachhinein eigentlich klar. Damals war nicht unbedingt jedem klar, was da passierte.

Auch wenn für mich damals Q-Bert hätte gewinnen müssen, muss ich heute zugeben, dass David Fascher das Publikum besser unterhalten hat. Zu dem wirkte das Set runder und es war sauberer. Da reicht Innovation nicht aus, um bei so einer Veranstaltung zu gewinnen. Da die DMC damals keine Turntablism-Veranstaltung war – mit ein Grund, warum die ITF entstanden ist – muss man einfach mal das Ganze realistisch betrachten.

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